Die Chronik von
Trebusin (früher Triebsch)
- ein kleines
böhmisches Bergdorf grüsst die Welt!

 

 Da diese Beschreibung in deutscher Sprache verfasst ist,
hält sich der Verfasser an die deutschen Ortsnamen
und nennt die tschechischen Ortsbezeichnungen
und Namen in Klammern ...C.M.

VORWORT

"Gerade am Tage des heiligen Johannes des Täufers (24. Juni)
bestieg ich gegen Abend mit einigen Gefährten den Berg Kalich.
Uns bot sich ein prächtiger Anblick und ich erinnere mich nicht,
dass ich jemals etwas Schöneres gesehen hätte.
Die vielen kleinen Dörfchen lagen zu meinen Füssen
und die Nacht verhalf noch zu diesem herrlichen Anblick.
Man könnte sagen, dass der Himmel mit den Sternen auf die
Erde herabgestiegen ist und ich kann es
mit Worten fast nicht schildern"
Aus Bohuslav Balbin's "Miscellanea historica regni Bohemiae", 1.7)

Das ist vielleicht unser frühester Reisebericht
oder "Touristenführer", denn diese Zeilen wurden
im Jahre 1679 niedergeschrieben!

Mit diesen Worten berichtete der gebildete
Jesuit und Barockhistoriker Bohuslav Balbin
über die Schönheit unserer Gegend!





Kupferstich aus dem Jahre 1750
Kelchberg, unsere Kirche St. Nikolas
- hier noch mit hölzernem Turm! -
der Magnatshof und das Schloss mit Park (rechts)
Noch heute hat es diese Form

Es ist wirklich so!
Trebusin liegt in einer malerischen Gegend
am linksgelegenen
Hang des Böhmischen Mittelgebirges,
wo steilabfallende Berghänge in den Talkessel eintreten,
der durch die Täler vierer Bäche
* Dreibergbach * Lanebach (Triebscher Bach) *
* Lucni-Bach und Kuttlitzer Bach *
mit ihren namenlosen Zuflüssen zerfurcht ist.
Das hufeisenförmige, mit tausenden Obstbäumen
bepflanzte Triebscher Becken
wird idyllisch von Bergen und Hügeln eingerahmt:
Langer Berg (Dlouhy Vrch, 750 m), Dreiberg (Trojhora, 451 m),
Panna (594 m), Kelch (Kalich, 536 m) und Geltsch (Sedlo, 726 m)
und die dazwischenliegenden Hügelschanzen des
Kleinen Geltsch (Male Sedlo (541 m), Richterstein (Soudni Kamen),
Litys (486 m) und Lenzler Berg (Mlynsky Vrch, 527 m).

Der kleine Ort, der sich so malerisch
um den Südhang des Kelches schmiegt,
"macht sein eigenes Wetter":
Schlechtwettertage sind hier selten!
Das liegt an seiner geschützten Lage, denn die Berge
wehren kalte Winde ab und lassen die Sonne herein!





Ein Dorf wie in den "guten alten Zeiten" der Donaumonarchie:
Ein Marktplatz - wie überall in Boehmen mit Löschteich -
das Buergermeisterhaus am Platz und so das Schloss,
unweit davon ein Gasthaus mit Tanzsaal
und ueber allem erhebt sich auf einem steilen Hang
die schoene kleine Barockkirche St. Nikolaus!
Ein ansehnliches und zugleich kompaktes Dörfchen!



Barockkirche mit Kelch im Hintergrund
"Pest-Säule" unter den Linden
* Blick vom Schosshotel




Die Geschichte des Ortes Triebsch (Trebusin)

Als "Trebusici" in der Stifts-Urkunde des Domes von Leitmeritz (Litomerice)
bereits im Jahre 1057 erwähnt
- diese Urkunde wurde lange als Fälschung angesehen,
heute durch eine Analyse von J. Prazak als echt bestätigt -
kann der kleine Ort auf eine sehr frühe Besiedlung zurückblicken.

Über unsere Gegend datiert vom
14. Januar 993 eine weitere Urkunde.
Die Gründungsurkunde des Klosters Brevnov bei Prag
erwähnt folgendes:
"Ich, Boleslav, böhmischer Fürst von Gottes Gnaden (...)
gab (dem Kloster in Brevnov (...) in der Gegend von
Litomerice (...) das Dorf Mlynce mit seinem Zubehör...

Dieses Dorf ist Altlenzel (Stary Mlynec),
heute ein eingemeindeter Ortsteil von Triebsch (2 km).
Da diese Urkunde von einem bestehenden Dorf spricht,
gab es dieses also bereits vor dem Jahre 993
und es ist anzunehmen, dass auch unser Triebsch
um diese Zeit als Ortschaft bestand.

* Beschreibungen der umliegenden Dörfer am Ende dieser Seite *

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebte
Hroznata, auch "Hroznata von Tepel" genannt
(Gründer des Stiftes zu Tepel bei Marienbad),
dem auch die Dörfer Byckovitz und Blahof gehörten.
Er war einer der drei Magnate dieser Gegend.
Die anderen beiden waren sein Bruder Hroznata Crispus
"der Kahle" (ihm gehörte das Dorf Ploschkovitz)
und der Kastellan Bleh aus Leitmeritz

Der Bleh von Trebusin und seine Nachfolger:
Dieser dritte Magnat, der "Bleh von Trebusen"
ist für uns der wichtigste.
Das erstemal wird er in einer Urkunde aus dem Jahre 1169 erwähnt.
Der Bleh (ein Titel) übte in den Jahren 1177 - 1183
das Amt des Kastellans (Schlossverwalters) in Litomerice aus.
Er hatte seinen Wohnsitz in Triebsch und
"residierte in einen Magnatshof, der durch einen
Graben und eine Befestigung verschanzt
im Garten hinter der Kapelle des Hlg. St. Nikolas" situiert war.

Alte lateinische Texte erwähnen den "Lord von Trebusov" (Trebuson).
Auf Lateinisch war sein Titel "Commes" (bzw. "Comes").
In der alten tschechischen Sprache war sein Titel "Kmet".
Dieser Titel wurde an einheimische, slawische Noble vergeben,
 die bereits in den ältesten tschechischen Legenden erwähnt werden
und die in Zeiten lebten, bevor die erste historische Person
namens Borivoj auf dem böhmischen Thron sass ...
(Borivoj starb vor Ende des 9. Jahrhunderts!)

 

Der "Bleh"
Der berühmte tschechische Historiker Palacky rekonstruierte seinen Stammbaum.
Jahreszahlen in Klammern: 
"Bleh" wird in Dokumenten des ernannten Jahres erwähnt!

Blag (Bleh) - "Comes":
Blag (Bleg, Bleh) de Trebuson - 1169,
"comes historic" (1176-1183-1193)
Zdislav - "comes" (1130)
Bleg (1197), Zdislav (1197),
Bun, Sohn von Blag (Bleh): (1194-97),
Milota (1194-97)
Bun, Sohn von Zdislav (1235)

Der "Bleh von Trebusen", einer der vorerwähnten drei "Magnaten"
ist für uns der wichtigste.
In der Urkunde aus dem Jahre 1169, in der er erwähnt wird, steht
" Der Bleh übte in den Jahren 1177 - 1183
das Amt des Kastellans (Schlossverwalters) in Litomerice aus.
Er war der mächtigste Mann im Leitmeritzer Raum und
hatte seinen Wohnsitz in Triebsch (heute Trebusin).

"Er residierte in einen Magnatshof, der durch einen
Graben und mit einer Befestigung verschanzt gesichert war".


Der "Graben" ist noch heute zu sehen!
Wenn man durch den Schlosspark in das hintere Waldgrundstück geht
- vorbei am Felsengrab des Dr. H. G. Männel de Garrigues -
findet man einen kleinen Pfad, der recht steil bergan führt.
Rechter Hand sieht man den beschriebenen "Graben",
durch den der Lahnebach fliesst.
Entlang der Strasse nach Repcice/Rýdec (nur 100 m von der Kreuzung im Ort)
sieht man den Graben besonders gut! Hier ist er am tiefsten!

"Die Befestigung"
Um die angebliche Befestigung des Herrenhauses
und späteren Schlosses gab es immer viel Rätselraten.
Bei Gartenarbeiten im Jahr 1998 - ein Wassertank sollte in den Boden in der
Nähe des Kiosks neben dem jetzigen Schlosshotel eingesenkt werden -
fand die heutige Besitzerin in einer Tiefe von 1.8 Metern
am Rande des Parks in Nähe der heutigen Strasse nach Repcice (Rübendörfel)
mächtige, behauene Felsblöcke aus Phonolit-Gestein,
jeder ca. 1 x 1 m2 und ca. 1 Tonne schwer und einige kleinere Steine.
Sie müssen zum früheren Festungswall um das Grundstück gehört haben!



Gemäss gefundener Keramik lässt sich
die Erbauung des Magnatshofes ungefähr in die Mitte
des 12. Jahrhunderts belegen.
Das trifft sich mit der ersten urkundlichen Erwähnung
des "Bleh von Trebusen" im Jahre 1169!
Er wird zuletzt im Jahr 1197 erwähnt.

Ende des 12. Jahrhunderts gab es besitzliche Veränderungen.
Hroznata Crispus "der Kahle" gibt im Jahre 1188
das Dorf Ploschkowitz dem Ritterorden des Hlg. Johann
(Johanniter), der hier eine Kommende gründete
- die zweitälteste in tschechischen Landen.

Die älteste Kommende war die der Deutschritter in Byckovice bei Ploskovice,
denn in einer Urkunde ist erfasst:
Ab 1233 ist das Dorf Pitschkowitz (Byckovice) vom Kloster Tepel zuerst an den
Deutschritter-Orden verpachtet; es wird 1282 an diesen verkauft.
Die Deutschritter zogen nach dem Tod des Bleh (1197)
in den von ihm erbauten Magnatshof in Triebsch ein und nutzen ihn als ihren Herrensitz.

Kurz um 1200 war das Anwesen verwüstet.
Der grosse befestigte Hof (später Herrenhaus der Deutschritter)
 wurde jedoch wieder aufgebaut.

Von seinem Verwandten Hroznata von Tepel gewann der Bleh
Mitte des 12. Jahrhunderts ein Dorf, das er nach sich selbst benannte,
das heutige Blahof/Blahov bei Triebsch.

Unmittelbar zu Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der
Urkunde aus dem Jahre 1057 ein Zusatz (Glosse) in
böhmischer Sprache hinzugeschrieben:
"Bleh gab in Dolánky das Land Gott, sowie dem Hlg. Stephan
zwei Dörfer Bohus und Sedlata".
Ausser dem Dorfe Dolánka gehörte dem Bleh auch das Dorf Bauschowitz
(Bohusovice), welches sein Sohn Bun dem Kloster in Doksany schenkt.

Ende des 12. Jahrhunderts gab es besitzliche Veränderungen in Triebsch.
Hroznata Crispus
"der Kahle" gibt im Jahre 1188
das Dorf Ploschkovitz dem Ritterorden des heiligen Johann
(Johanniter), der hier eine Komende gründete
- die zweitälteste in tschechischen Landen.

Hroznata von Tepel (Tepl) hinterliess im
Jahre 1197 das Dorf Pitschkowitz (Byckovic) dem Kloster zu Tepel.
Ab 1233 ist das Dorf Pitschkowitz vom Kloster zuerst an den
Deutschritter-Orden verpachtet; es wird 1282 an diesen verkauft.

Diese Transaktion ist für unsere Triebscher Geschichte sehr wichtig,
denn der Ort kommt so ab 1282
unter den Einfluß des Deutschritter-Ordens.




Ein Urkundenbuch aus dem Jahre 1384 erwähnt unter der
Jahreszahl 1257:
"Als Pfarrort mit Kirche St. Nikolaus erwähnt.
Deutschritter hier ansässig;
im Ort ein Herrensitz derselben mit Kloster und Klosterkirche"

Archäologisch ist belegt, dass im damaligen Garten des
späteren Schlosses zu Triebsch eine kleine Kapelle stand.
Die Grundmauern dieser Kapelle
waren noch bis in unsere Zeit im hinteren, angebauten
und gewölbten Teil des Schlosskellers zu sehen.
Leider brachte man diesen Keller bei Umbauarbeiten
(aus dem Schloss wurde eine Schule 1950-52) zum Einsturz,
sodass die uralten Grundmauern der historischen Kapelle heute unter einer
1.8 m dicken Schuttdecke liegen.

Die Anwesenheit der beiden Ritterorden
* Deutschritter in Triebsch und Pitschkowitz und
* Johanniter in Ploschkowitz (Ploskovice)
lässt darauf zurückschließen, dass ganz in unserer Nähe
ein wichtiger Handelsweg verlief (Salzstrasse + Bernsteinstrasse).
Auf die Existenz dieses Handelsweges weist das Dorf Tenzel (Tynec),
heute zu Triebsch gehörend hin, was in den ersten Quellen
als im Besitz des Domkapitels von Vysehrad (Prag) im Jahre 1222
nachgewiesen wird. Das erstemal wird der sogenannte "Zittauer Weg",
der Leitmeritz mit Zittau verband, im Jahre 1088 erwähnt.

Die Burg auf dem Kelch (Kalich, 532 m),
einem aus Phonolithgestein bestehenden Vulkanberg mit markantem "Kopf".
Die Burg wurde vom geistlichen Orden der Deutschritter erbaut,
die zu Pitschkowitz (Byckovice) ihren Ordernsitz hatten
und ein Bollwerk zum Schutze ihres Besitzes benötigten.


Hussitische Chronik des Laurentius von Brezová, Mai 1421:
"Dann kehrten die Prager von Jaromer nach Prag zurück.
Hauptmann Zizka aus Tabor gelangte aber
mit seinem Kriegsvolk nach Leitmeritz.
Auf einen hohen Berg brachte er eine Schanze in seine Gewalt,
die den Namen Kelch hatte und belagerte die Stadt (Leitmeritz).
Die Leitmeritzer kamen mit einem sicheren Geleitbrief nach Prag,
stellten sich unter die Macht der Prager und baten sie anzuordnen,
das Zizka mit seinem Kriegsvolke von ihrer Stadt abziehe.
Die Prager schickten an ihn ihre Boten mit der Weisung,
die Belästigung von Leitmeritz aufzugeben, da die Stadt
die Prager Oberhoheit anerkannt habe.
Zizka kümmerte sich aber nicht darum,
lief Sturm gegen die Stadt, um geschlagen und mit
Verlust an den Seinen schliesslich abzuziehen..."

Jan Zizka z Kalichem ("vom Kelch")
und die Hussitentradition von Trebusin / Triebsch

Ende Mai 1421 belagerte der Hussitenanführer Jan Zizka
für mehrere Tage die Stein- und Holzburg
auf dem Kelchberg und eroberte sie.
Er behielt sie in seinem Besitz auch weiterhin und veranlasste den
Wiederaufbau der Burg, der im Juni des Jahres 1421 begann ...

 Zizka baute die niedergebrannte Burg wieder auf, weil er erkannte.
dass der Berg "Kalich" - also "Kelch" hiess und den Namen
des heiligsten Symbol aller Hussiten trug!
Er baute einen runden Wartturm beim 2. Tor,
der im oberen Teil eine kelchartige Form hatte.
Zizka sah es als göttliche Fügung an,
die Burg auf dem Kelchberg zu besitzen
und nannte sich bis zu seinem Tode
"Zizka z Kalichem" (Zizka vom Kelch)

Am 27. November 1422 gab König Siegmund "de facto"
den gesamten Besitz der Komenda in Pitschkowitz
  einschliesslich der Burgen auf der Panna und dem Kelch
an Siegmund von Wartberg (Vartemberg),
um diesen fester an sich zu binden.
Diese Überlassung war jedoch nur pro forma,
denn Jan Zizka "vom Kelch" beherrschte
das gesamte Triebscher Becken.


Der obenerwähnte Chronist berichtete:
"Siegmund von Wartberg von Decin liess von der
Eroberung der neuen Burg namens Kalich im August 1421
in der Nähe von Litomerice ab
und wartete nicht mit seinen Verbündeten auf den Einzug der Prager
sondern ergriff die Flucht!"

Bei seinem Abzug hinterliess von Wartberg
(Wartenberg/Vartemberg) jedoch eine Besatzung
auf der ebenfalls von den Deutschrittern erbauten Burg
auf dem Nachbarberg "Panna" bei Rübendörfel (Repcice).

Jan Zizka belagert im Sommer 1422 erfolglos die Burg Panna,
deren Besitzer (von Wartberg) sich jedoch im Juli 1423 ergaben.

Das Herrenhaus der Deutschritter im Ort
(auch als Renaissance-Festung beschrieben)
wurde von Zizka und seinen Mannen
1421 bis auf die Grundmauern niedergebrannt!
Einige Jahre später wurde auch dieses Gebäude erneut aufgebaut.

Die Litys-Burg
Siegmund von Wartberg baute eine neue Burg
in Nähe der Ortschaft Kuttelitz
(Kotelice, liegt Triebsch gegenüber)
der er den Namen "Litys" gab.
Der Bau der Kuttelitzer Burg erfolgte nach einem
schlauen Plan, denn jetzt befand sich Zizka, "der Einäugige"
und dessen Bruder Jaroslav zwischen Pannaburg und
Litysburg in einer gefährlichen Lage.
Zizka zieht sich vom Kelchberg auf die Pannaburg zurück.

Die Kelchburg verblieb aber im Besitz der Hussiten
auch noch nach dem Tode Jan Zizka's im Jahre 1424.

Die Burgen Kalich und Panna waren auch nach der
Schlacht bei Lipany vom 30. Mai 1434
noch fest im Besitz der Hussiten, welche es ablehnten,
sich der neuen Ordnung im Lande zu unterwerfen.

Unter unbekannten Umständen kommt die Kelchburg
ab 1434 in den Besitz Wilhelm von Illburg
(auch Eulenburg genannt), eines gefürchteten Raubritters,
auch Herr auf der Ronburg.
Er belagerte die Kelchburg zusammen mit den "Sechsstädter" Truppen.
Aber seine Beteilung an der Fehde der Wartenberger
gegen die Lausitzer Sechsstädte wurde ihm zum Verhängnis!
Als von Illburg dem König Jiri von Podebrady
seine Unterstützung versagte,
verlor von Illburg die Eigentumsrechte über die Kelchburg,
die er aber nicht aufgeben wollte!
Kaiser Siegmund teilte am 6. März 1437 dem versammelten
Konzil in Konstanz mit, dass er die beiden Burgen "schleifen" lasse,
"denn dort haben sich die Räuber niedergelassen!"


Anfang des Jahres 1437 belagerten Truppen des
Siegmund v. Wartberg die Burgen Kelch und Panna.
Er und die "Sechsstädter" belagerten die Kelchburg
für eine kurze Dauer und erstürmten sie.
Angeführt wurde die Soldateska vom Bezirkshauptmann
Zbynek Zajic von Hazmburk, der die Panna-Burg aushungern liess.
Jan Zizka war dieser Zeit bereits erblindet, denn
er hatte sein zweites Auge bei Kämpfen verloren.

1437: Triebsch ein "verpfändeter Ort"
Triebsch an Hynek von Waldstein vom Kaiser verpfändet
und zwar zusammen mit den Ortschaften Pitschkowitz,
Nessel, Lenzel, Tauberwitz, Tuenscht, Babina u. a.



4. Juli 1438
Die Belagerung der Kelchburg wird aufgegeben!
Jan Zizka's Bruder und alle hussitischen Soldaten ergaben sich.
Dies geschah jedoch erst nach schwierigen Verhandlungen mit den
"Burgbeschützern" Jan Ritka von Bezdedice, Henik von Waldstein
und Siegmund von Wartberg per Vertrag vom 4. Juli 1438.
Die Kelch-Burg blieb unzerstört!

1453:
Der Ort Triebsch wird Besitz des Johann von Wartenberg

In den Jahren 1496 bis 1540 gehört es der Familie von Wartberg,
unter deren Herrschaft in Triebsch das Herrenhaus
des Deutschritter-Orderns in ein Schloss umgebaut wurde.
Danach kam der Ort in den Besitz von Karl von Duban (1540),
Oldrich Hostakovsky von Arklebice (1578)
und seines Sohnes Tristan.

Um 1470 wird die Kelchburg letztmalig urkundlich erwähnt,
als Jeschek Swoganowsky von Boskowitz
als Besitzer des Kelchberges (und der Burg?) genannt wird.

Während der Regierungszeit König Jiri's
sowie des nachfolgenden Königs Vladislav Jagelonsky
wurde die Burg Kelch einige Male versetzt und
ging erst im Jahre 1496 erneut in den Besitz derer
von Wartberg (Wenzel von Wartemberg) über.
Als im Jahre 1540 Prokop von Wartenberg den Herrenhof
in Pitschkowitz und die leere Burg Litys an Karl von Duban
verkauft, wird die Kelchburg nicht erwähnt!
Sie galt als "verlassen"!

Karl Duban von Dubansky,
Besitzer des Schlosses in Libeschitz; war der nächste Besitzer.
Nach ihm besass sein Sohn den Ort, die Burg und alles Land.
Dieser erwarb auch Ploskovice!

Die Kelchburg
Historiker vermuten anhand gefundener verkohlter Holzstücke,
dass die Kelchburg um 1550 niederbrannte.

Im Jahre 1578 wurde Oldrich Hostakovsky Arklebice
Besitzer der Trebusiner Gegend,
und nach dessen Tode erbte den Besitz seine Sohn
Tristan.

Tristan erweiterte das Schlösschen.
Alte Dokumente sprechen von einer "Renaisance Festung"
Andere Unterlagen beschreiben es als ein "Herrenhaus mit
Stallungen und Feldern" ...



Dem mag wohl so gewesen sein, denn selbst bis in's Jahr 1945
gehörte zum damaligen Schloss auch der am
oberen Park-Ende auf der anderen Wegseite gebaute Meierhof
(2002: eine Ruine) und alle Länderein bis nach Rübendörfel (Repcice).

1600
Nach Tristan's Tod wurde das Herrenhaus/Schloss/Dorf
Besitz des Jaroslav Ostersky, Kaplir von Sulejovice.
Er lebte hauptsächlich oben auf der Burg Kalich.
Nach ihm erbte sein Sohn Smil den Besitz.
Während seiner Zeit wurde jedoch dieser Besitz von
der österreichischen Krone eingezogen, als sich herausstellte,
dass er in die Aufstände gegen die Habsburger verwickelt war!

1623:
Die Ortschaft wurde an Paul Vencelius von Bochus verkauft.

Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1623 welcher besagt,
in welchem Zustand sich unser Ort und die Burg befand.
Die Jesuiten, Herren auf Libeschitz, beschreiben
"...einen Wald und Berg Kalich, wo einst ein Schloss stand".

Anmerkung zur Kelchburg:
Gemäss F. A. Herber stand ein bedeutender Burgteil
inklusiv des Turmes in Form eines Kelches noch im Jahre 1794
auf dem Kelchberg, als er hier weilte, um die Burg persönlich zu untersuchen.
Die Forschungsergebnisse publizierte er in seiner
monumentalen Enzyklopädie "Die Burgen und Schlösser Böhmens".

Heute findet man nur noch Überreste des Turmes,
der Grund-und Aussenmauern, aber auch
der etwas tiefer gelegenen Befestigungswälle.

Das Herrenhaus des Deutschritter-Ordens
(das heutiges Schlosshotel) war um diese Zeit
ein kleines, befestigtes Schlösschen.
Teile dieser Befestigungsmauern wurden von der heutigen
Besitzerin des Schlossgrundstückes 1999 entdeckt.
Bei Bauarbeiten im Schlossgarten fand man hinter dem
kleinen Informationskiosk in etwa 1,5 m Tiefe
riesige handbehauene Naturfels-Steine!



Sie waren Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage
des Herrenhauses, welches in manchen Urkunden auch als
"Renaissance-Festung oder Renaissance-Schloss"
beschrieben wird.

Schwedenkriege, 1630
Der Ort Trebusin  wurde verwüstet!
Die Schweden - als Protestanten - zerstörten alles,
was auf den katholischen Glauben hinwies,
so besonders unsere Triebscher Kirche und das Schloss,
welches bis auf die Grundmauern
von den schwedischen Söldnern niedergebrannt wurde!

Das grosse Peststerben von 1649
Als der "schwarze Tod" im Jahre 1649 nach den
schweren Schwedenverwüstungen die Menschen dahinraffte,
verlor Triebsch fast seine gesamte Bevölkerung.

Der nächste Besitzer des Schlosses,
Paul V. von Boschus
, lebte nicht oft in Trebusin
während dieser kriegerischen Zeiten.
Seine Tochter heiratete
 Franz Karl Kressl von Qualtenberg;
welcher zusammen mit seinem Bruder vom König im Jahre 1693
 in den Adelsstand erhoben wurde (Baron von  Qualtenberg)


Im Jahre 1660
errichtete man in Triebsch die erste öffentliche Schule!
Es war ein schlichtes, strohgedecktes zweiklassiges Gebäude.

Im Jahre 1679 wird in einer Chronik
ein " unbewohntes und eingestürztes Schlösschen" erwähnt.

1680 - Neues Triebscher Schulgebäude
Diese "neue Schule" wurde zum
Modell für alle Dorfschulen in Böhmen.



Die Finanzierung der Schule verdankte man dem weitsichtigen
Baron Franz Karl Kressl von Qualtenberg
(Gründer der Juristischen Fakultät der Universität Prag),
welcher den Bau der Schule zusammen mit seinem
Freund Kindermann verwirklichte.
Die "grosse, neue Schule" gibt es bis zum heutigen Tage
und wird immer noch als Schule genutzt!
Besucher überrascht es immer wieder;
wie es denn sein kann, dass sich in einem 500-Seelen-Dorf
eine so grosse Schule befindet!
Dekan Ferdinand Kindermann, Erneuerer das Schulwesen,
wurde für seine Leistungen von Kaiser Josef II am 31.01.1790
zum Bischof von Leitmeritz ernannt.

Baron Franz Karl Kressel von Qualtenberg (I)
brachte neue Obstsorten und Reben aus dem fernen Tirol
nach Triebsch, förderte den Ackerbau,
richte eine Spinnschule für die Frauen des Ortes ein
und liess ein Brauhaus "auf 12 Fass" erbauen sowie eine Ziegelei
und "baute ein neues Schloss" (renovierte) in der Ortsmitte,
welches durch Anbau und Aufstockung größer und schöner wurde.
Er verstarb - wie sein bester Freund Johann Ferdinand Kindermann -
am 25. Mai 1801 und wurde ebenfalls auf dem Leitmeritzer Friedhof
neben seinem Freund begraben!

Hans Johann von Qualtenberg
(Sohn des vorgenannten Barons)



errichtete 1726 die Pestsäule,

welche ein schlichtes, steinernes Kreuz trug.
Die "Pestsäule" unter den beiden Linden
auf dem Dorfplatz erinnert an diese traurige Zeit.
1994 wurde das historische Monument von unserem Verein
TST - Turisticky Spolek Trebusin von Grund auf renoviert
und das seit 1950 fehlende Steinkreuz auf der
hohen, schlanken Säule wieder angebracht.

Die Adelsfamilie Kressl von Qualtenberg hielt
Trebusin und auch später die Ortschaft Kelch und die Burg
in ihrem Besitz bis ins Jahr 1802, als die Witwe Josefina
ihren gesamten Besitz inklusiv des Gutes Triebsch
(die Ruine am Ortsende an der Strasse nach Ritschen/Rydec
ist der ehemalige Meierhof, der zum Schloss gehörte)
per Testament ihrem Neffen Franz Karl von Puteani.
Siehe auch "Chronik des Schlosses, Teil I"

Der Umbau des Triebscher Herrenhauses/befestigten Schlösschen
in ein Barockschloss begann etwa 1710.
Als Baumeister wird Octavian Broggio angenommen
- der auch als Baumeister der Kirche angesehen wird.
Damals entstand der heutige Nordflügel (unter dem die
Grundmauern der ersten Triebscher Kapelle liegen).
Dieser neue Teil war einstöckig.

Nach dem Tode Franz Karl von Puteani
führte das Triebscher Schloss seine Witwe
Antonie, geborene Morzini.
Im Jahre 1860 liess sie den Ostflügel erweitern und renovieren.
Im Jahre 1899 kam es zu weiteren Bauänderungen.
Es ist möglich, dass zu dieser Zeit aus dem
einstöckigen Nordflügel (und noch einstöckigen Westflügel?)
ein doppelgeschossiges Zweiflügel-Schloss entstand.

Obwohl das Gebäude je Flügel ca. 35 m misst
und eine Fassadenhöhe von 9 - 11 m erreicht (ohne Dach),
ist es, was Schlösser betrifft, klein.
Es ist sicherlich so, dass in früheren Zeiten (bis ca. 1820)
die Häuser der meisten hier lebenden Menschen sehr klein waren
- waren die meisten als Landarbeiter für das Gut tätig!
Das Schloss auf sie sehr gross gewirkt haben!
Wer den Kelch besteigt, sieht von dort oben, dass es "so klein" nicht ist!



Das Schloss und Gut war im Besitz des Hauses Puteani bis
zum Jahre 1913
, geleitet von Adele von Puteani, Adeles Tochter,
welche mit Karl von Skal und Gross-Ellguth aus Schlesien
verheiratet war.
Als Adele von Puteani starb, wurde ihr Ehemann - ein Spieler -
Karl von Skal und Gross-Ellguth aus Schlesien

Besitzer des großen Familieneigentums:
Kelchberg samt Burgruine und Kelchberg-Wald,
des Meierhofes samt Land und des Schlosses mit Park.
Siehe auch "Chronik des Schlosses, Teil II"

Interessanter Besitzwechsel
Der nächste Besitzer wurde der königlich-sächsische Oberforstmeister
Dr. Hans Georg Männel de Garrigues und dessen Frau Helene.
Beide waren sehr vermögend:
Dr. Hans Georg war Hauptaktionär der Wernesgrüner Brauerei,
Helene war die Tochter des Gründers der
Altenburger Essig- und Senffabrik.
Sie war (über ihre Mutter) eine Cousine Karl von Skal!

Seine Cousine ersten Grades war
Charlotte de Garrigues
die Ehefrau des Gründers der Tschechoslowakischen Republik.

Hans Georg Männel kaufte das Anwesen auf Bitten seiner
Ehefrau Helene, Cousine des vorgenannten Karl von Skal,
denn dieser - ein Spieler - hatte hohe Schulden,
sodass die Familie um einen möglichen Verlust  des Schlösschens bangte.
Cousin Karl musste seinen Wohnsitz auf die schlesischen Güter verlegen
um weiterem möglichen "Schaden" vorzubeugen ...

Bereits 1912 hatte Dr. Hans Georg Männel
dem Grafen Chotik von Gross-Priessen grosse Wälder abgekauft;
1918 kam die Herrschaft des Dorfes Rübendörfel/Repcice hinzu.
Ein grosses Forsthaus wurde in Rübendörfel gebaut.
Dort war der Verwaltungssitz der
Dr. Männel'schen Forstverwaltung, ebenso wurden dort
einheimische Förster und Heger, aber auch viele Jäger,
geschult und weitergebildet.
Siehe auch "Chronik des Schlosses III"

Das Schloss wurde 1913 gründlich renoviert
und diente als Familienwohnsitz.
Die erste Warmwasserheizung, die ersten Badezimmer
und "Wasserklosetts" des Landkreises (!) wurden installiert.
Das Schloss und die grossen Wälder sowie das Gut Rübendörfel (Repcice)
verblieben im Familienbesitz Dr. Männels.



Dr. Hans Georg Männel starb 1922 an einem schweren Herzleiden.
Er wurde nur 52 Jahre alt.
Die Urne mit seiner Asche ist im Park des Schlosses
unter einem grossen Findling begraben.



Der verschneite Schlosspark


Frau Helene und die gesamte Grossfamilie verblieben
in Triebsch bis Ende des II. Weltkrieges, als alle
deutschsprachigen Einwohner aus dieser Gegend
aufgrund der von Dr. Benes erlassenen Gesetzen
zwischen 1945 und 1947 vertrieben wurden.

Noch vieles könnte man hier berichten,
wie z. B. das unrühmliche Ende unserer schönen und alten Glocken.
Die ersten beiden der drei wurden während des 1. Weltkrieges eingeschmolzen.
Dorfpfarrer Blaschke konnte die älteste damals vor diesem Schicksal retten ...
Nachdem die Bevölkerung im Jahr 1928
endlich wieder genug Geld zusammen hatte,
um sich neue Glocken zu kaufen, gingen diese zum zweiten Mal verlustig,
als man sie im 1944 beschlagnahmte und einschmolz.
Darunter befand sich dieses Mal auch die
wertvolle historische Glocke aus dem Jahre 1586,
die 1916 gerettet wurde!

Triebsch/Trebusin nach 1990
Triebsch hat seine Kirche, die seit Ende des letzten
Weltkrieges nicht mehr renoviert wurde, wieder
hergerichtet und über 1.5 Million Kronen dafür ausgegeben.
Das meiste Geld kam von vertriebenen deutschen Einwohnern!!!



Wir sammeln für eine neue Kirchturm-Uhr!



Der Ort blühte seit 1991 auf
und heisst alle Gäste herzlich willkommen!
Informationen: Turisticky Spolek Trebusin
Trebusiner Fremdenverkehrsverein, Vorstand Corinna Meraldi

Was oder wer gab dem Berg seinen Namen?
Kelch (oder Kalich)
??
Entstand der Name, weil die Burg einen kelchförmigen Turm hatte?
Seit F. A. Heber war man dieser Meinung,
heute denken einige allerdings, dass dies irrig sei und sagen:
"Den Namen Kelch bekam der Berg weil er
dem christlichen Symbol - dem Kelch - in seiner Form ähnelt,
ähnlich wie die Panna (Jungfrau, nach der Hlg. Maria benannt).." ??
Richtig ist sicher diese Annahme:
"Die Tatsache, dass seine Form einem Kelch ähnelt,
dem heiligsten Symbol der Hussiten, ist rein zufällig.
Dieser Berg hiess schon lange vor der Hussitenbelagerung so".

Der Ort Triebsch

Es gab eigentlich 2 Ortschaften unterhalb des Kelches:
a) die direkt unter dem Berg gelegenen Häuser, die
sich als "Dorf Kalich" bezeichneten und
b) die Ortschaft Triebsch (Trebusin)

Bislang geht aus keinen Unterlagen hervor
(oder man hat nie darauf geachtet), warum es 2 Ortschaften gab,
die nur von einer starken Mauer - heute eine Strasse - getrennt waren!
Die "Kelch-Häuser" standen in den beiden obersten Strassen,
es waren ca. 22 größere und kleinere Gebäude,
deren Grundstücke bis an den Fels des Berges reichten
in den viele auch Stollen, die als Keller dienten, getrieben hatten.
Die Theorie des Verfassers geht dahin, dass die direkt
unterhalb der Burg im Dorf "Kalich" lebenden Menschen
Familienangehörige der seit Generationen auf der Burg dienenden Leute
(Bedienstete, Lieferanten und Bewacher der Burg) waren
und möglicherweise auch nicht katholisch waren,
sondern seit Zizka's Zeiten den hussitischen Glauben angenommen hatten,
denn zwischen den Dörfern Kelch (Kalich) und Triebsch (Trebusin)
 gab es bis in die heutige Zeit eine Art "Erzfeindschaft",
die wohl auf dem unterschiedlichen Glauben beruht!
Das Dorf "Kelch" wurde erst im Jahre 1928
zwangseingemeindet
und gehörte ab dann zu Trebusin!!!
Mehr hierzu weiter unten: "Der Ort Kelch (Kalich)"

Sehenswertes in Triebsch/Trebusin
* Barockkirche St. Nikolaus (Sv. Mikolase, 1710)
Spätbarocke Skulptur des Hlg. Nikolaus (Nähe Kirche)
* Viele Bauernhäuser der Volksarchitektur (Umgebindehäuser)
* Barocksäule mit vielgliedrigem Sockel (Pestsäule, 1726)
* Spätbarocke Skulptur des Hlg. Johannes v. Nepomuk (1747)
(Strasse zwischen Nieder- und Ober Tenzel))
* Kelchberg mit Burgruine (Aufstieg ca. 30 Min., Abstieg 20 Min.)
Herrlicher Rundblick!
* Besuchen Sie die umliegenden Dörfer!
* Ausgangspunkt idyllischer Wanderungen:
Wandern-  in und um Trebusin herum * Kelch + Dreiberg Wanderung 



Typisch deutsch-böhmisches Wohnhaus
"Umgebindehaus" genannt, oftmals auch Hof *

Der Ort Kelch (Kalich)
Die oberen Häuser unterhalb der schieren Feldwand
bildeten einen eigenen Ort genannt "Kelch",
welcher im Jahre 1873 fast vollständig abbrannte!
Die Triebscher halfen fleissig löschen,
doch die "Kelcher" danken es ihnen wenig.
Obwohl nur eine Strasse höher gelegen,
dünkten sie sich "besser zu sein" als die Triebscher
und waren über Jahrhunderte schlechte Nachbarn ...
1928 wurde das Dorf Kelch zwangseingemeindet ...

Befestigungsanlagen des Ortes
In Höhe der beiden obersten Strassen in Triebsch
sind die alten Befestigungsmauern heute noch deutlich erkennbar!
Befestigungen im unteren Teil - also zwischen dem früheren
Ort "Kalich" und "Trebusin" - sind nur noch teilweise vorhanden,
da sie nach der Eingemeindung abgerissen wurden.

Der Kelchberg und die Burg

Hinauf zur Burg führt die "gelbe" Wandermarkierung.
Aussicht auf Geltsch (Sedlo, Falkenstein, Langer Berg)
mit Weitblick ins Böhmische Tafelland bis Roudnice.
Naturgeschützte wärmeliebende Flora

Felskopfberg (Phonolith) über Triebsch mit
Ruine einer alten Burg, welche Jan Zizka 'ze Kalichem'
(ausgesprochen "Schischka")
in den Jahren 1421 bis 1496 (?) zuerst belagerte,
einnahm und abbrannte, dann aber wieder aufbaute
und zusammen mit seinem Bruder bewohnte.
Nach Zizka's Verhaftung (oder später?) verödet.

Heute ist nur der ursprüngliche Waldweg zur Burgruine,
ein Teil des Grabens und des peropheren Mauerwerkes,
die Reste des Innentores und der Befestigung sichtbar.
Auf der südlichen Seite der Burg ist ein Relikt des Turmes
mit rechteckigem Grundriss. Der gegenüberliegende
nördliche Fels trug einen zylinderförmigen gemauerten Turm,
welcher angeblich eine oben breitere Form hatte (Kelch).
Im Burgbereich sind noch Reste des
unterkellerten Burgbereiches und der Zisterne sichtbar.
Zwischen den vorerwähnten Kellerräumen und dem Tor
befindet sich der letzte mittelalterliche Burgteil
mit unklarem Grundriss, zum Teil auch Ziegelmauerwerk.

Die umliegenden Dörfer

Kuttlitz (Kotelice, 343 m)
Dorf im Tal des Kuttlitzer Baches südöstlich
von Triebsch (vom Dorfplatz linksseitig neben dem Geltschberg).
Erstmals 1337 urkundlich erwähnt.
Sehenswert: Kapelle (1925) auf dem Dorfplatz unter den Linden.
Ausserhalb des Dorfes: Denkmal (1883) im Neo-Renaissancestil
mit schmalen Säulen und symbolischen Reliefen
des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Häuser im Empirestil aus Mauerwerk (Beginn 19. Jahrh.).
Böhmische Umgebindehäuser (Volksarchitektur)

Litys (486 m)
Östlich und oberhalb von Kuttlitz auf dem Berggipfel
befinden sich noch letzte Rest der mittelalterlichen Litys-Burg.
Erbaut ca. 1423 von Siegmund v. Wartberg von Tetschen (Decin)
als Gegengewicht zu den Burgen auf Panna und Kelch.
Der bewaffneten Schutztruppe stand der Burggraf vor:
1432 Ritter Nikolaus von Lhotka
1453 Johann von Cecelice, ein treuer Anhänger
des Königs Jiri von Podebrady.
Die Burg Litys war damals auch Schutzhaus (im Kriegsfalle) der
Deutschritter-Kommende in Pitschkowitz (Byckovice).
Sie verblieb im Besitz derer von Wartberg bis Anfang des 16. Jahrh.,
doch bereits 1544 ist die Burg verlassen und
1679 wird sie von Bohuslav Balbin - einem gelehrten Jesuiten -
als "unbekannt" vermerkt.
Erhalten ist der ursprüngliche Aufstiegsweg, der Burggraben,
Reste der Doppelschanze und ein Teil des Mauerwerks (Wohngebäude).

Berg Panna (594 m) und Burg Panna
Bewaldeter, kegelförmiger (vulkanischer) Basaltberg.
Der Wald hat Ur-Wald-Charakter (naturbelassener Wald)
Auf dem Gipfel nur noch wenige grosse Steine des
ehemaligen Burgmauerwerks (1421 - 1437) auffindbar.
Am südöstlichen Bergfuss liegt das Dorf Rübendörfel (Repcice)
- sehr schön sichtbar vom Gipfel des Kelchberges! -
welches urkundlich 1407 zum erstenmal erwähnt wird.
Auf dem Dorfplatz findet man eine Kapelle mit kleinem
Glockentürmchen aus dem 18. Jahrhundert.
Häuser aus Mauerwerk im Empire-Stil bzw. Fachwerkhäuser.
In der Umgebung findet man in den heute verlassenen
Steinbrüchen allerhalb interessante Mineralien
(Versteinerungen, Drusen).

Klokotsch-Häusl * Peklo (400 m)
Ortsteil von Nieder Tenzel (Dolni Tynec)
1454 erstmals urkundlich erwähnt.
Sehenswert: Häuser der Volksarchitektur (Umgebindehäuser)
aus Holz und Stein aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Besonders interessant die Häuser Nr. 33 und
Nr. 29 mit Fachwerkscheune. Hier findet man auch
ein gusseisernes Kreuz (Anfang 19. Jahrh.) mit hohem Steinsockel.
Oberhalb des Dorfes: Eisenkreuz mit blechernem Christus
(Ende 18. Jahrhundert).

Geltsch (Sedlo, 726 m)
Höchster Berg des Leitmeritzer Mittelgebirges
(heute: Vernerice Stredohori)
Gewaltiger Gebirgskamm mit Ur-Wald-Bestand
und seltsamen Felsgebilden, heute ein
Nationales Naturschutzgebiet (53 ha).
Im Jahre 1769 wurde dieser Berg von Bohuslav Balbin,
einem gelehrten Jesuiten, bestiegen, welcher seine
Wanderungen urkundlich festhielt.
Hier findet man noch eine einzigartige alpine Flora!
Am Bergfusse wurden Gegenstände aus der
jüngeren Bronzezeit gefunden!
Wanderwege:
zum Gipfel führen Wanderwege von Loschowitz (Loveskovice)
Levin, Trnobrany und Triebsch/Trebusin via Ober Tenzel/Horni Tynec
(grüne und rote Wegmarkierungen).
Wandern-  in und um Trebusin herum ...

Vom südlichen Fels-Gipfel geniesst man einen
herrlichen Rundblick
über das Gebirgsvorland und das Böhmische Tafelland
bis hin zum Berg "Rip" ("Vater Czech"-Legende)

Alt-Lenzel (Stary Mlynec, 262 m)
Kleines Dorf im Tal des Kuttlitzer Baches,
993 zum erstenmal urkundlich
als Besitz des Klosters Brevnov bei Prag erwähnt!
Grosse 1000-Jahr-Feier im Jahre 1993!
1115 im Besitz des Klosters Kladruby.
Einige schöne Häuser im Stil der Volksarchitektur
aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Das Dorf hatte früher 2 Mühlen entlang des Baches.

Dreiberg (Trojhora, 451 m)
Breites, mit Laubwald bewachsenes Bergmassiv
mit gewaltigem Felsengipfel - unsere "Mini-Dolomiten"!
2 km von Triebsch entfernt, 1 km von Kutteslawitz.
Vom Gipfel geniesst man einen vollkommenen Rundblick!
Grüne Wanderweg-Markierung!
Naturgeschütze Gebirgspflanzen!
Kelchberg-Dreiberg Wanderung

Vinné (260 m) - 2 km von Triebsch/Trebusin
Dorf am südöstlichen Hang des Dreiberges (Trojhora),
in einer breiten Talsenke gelegen, die
"Böhmisch Kalifornien" genannt wird.
Erstmals im Jahre 1115 als Eigentum des Klosters Kladruby
als "Dorf mit Weinbergen und Bauern" urkundlich erwähnt.
Der Ortsname leitet sich von "Vino/Wein" ab.
Wein wurde in unserer Gegend vielerorts angebaut,
so auch in Triebsch. Die Strasse ostwärts aus dem Ort führend
heisst heute noch "Vinice" ("Winze"),
denn dort wuchs Wein auf mehreren Terrassen.
Heute befinden sich dort Wohnhäuser mit schönen Gärten.
Sehenswertes:
Häuser aus Mauerwerk im Spätempirestil und
Renaissance-Eisenkreuz auf einem Steinsockel
(3. Viertel des 19. Jahrhunderts)
29 Umgebindehäuser *

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